CrossEnergy

Im Zuge der Energiewende und der daraus resultierenden Umstrukturierung der deutschen Stromnetze sind neue Szenarien und Konzepte für die Planung der einzelnen Spannungsebenen notwendig. Stark betroffen sind hier aufgrund der zunehmenden dezentralen Energieerzeugung vor allem die Mittel- und Niederspannungsnetze. Hierzu soll innerhalb des Projektes „CrossEnergy“ ein fortgeschrittenes Softwaretool entwickelt werden, welches automatisiert den Netzausbaubedarf für verschiedene Anwender wie Netzbetreiber, Stadtwerke oder politisch Verantwortliche berechnet.

Dabei stehen folgende Fragen im Fokus:

  • Welche Technologien sollen in dem Netz zukünftig zugebaut werden (Windräder, PV-Anlagen oder Biogasanlagen)?
  • Welche netztechnischen Betriebsmittel müssen für diese zukünftige Entwicklung eingesetzt werden?
  • Mit welchen Technologien ist die höchste Wertschöpfung in der Donau-Moldau-Region zu erreichen?
  • Welche Standorte sind bei dem Netzausbauszenario aus technischer und wirtschaftlicher Sicht zu wählen?

Bei dem europäischen Projekt ist ein multidisziplinäres Forschungsteam beteiligt, welches aus Mitarbeitern der Kooperationspartner OTH Regensburg, TH Deggendorf und der Westböhmischen Universität Pilsen besteht. Ziel ist vor allem eine gemeinsame, grenzüberschreitende Energieinfrastruktur in der Donau-Moldau-Region, wobei auch besonders demographische, technologische und gesetzliche Entwicklungen in der Region zu betrachten sind.

 

Das Forschungsprojekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren über das „Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern – Tschechische Republik“ aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit einer Gesamtsumme von knapp einer Million Euro gefördert. Projektträger sind das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und das Tschechische Staatsministerium für regionale Entwicklung.

Der Schwerpunkt der OTH Regensburg liegt in der Konzipierung und Implementierung von unterschiedlichen Netzausbaumaßnahmen, wie z.B. Parallelverkabelung, regelbarer Ortsnetztransformator oder Blindleistungsregelung an Erzeugungsanlagen. Diese werden im Zuge einer automatisierten Netzplanung dann systematisch bei Spannungs- oder Stromproblemen im Stromnetz aufgrund der Last- und Erzeugungsentwicklung eingesetzt und die unterschiedlichen Netzausbauszenarien untereinander hinsichtlich technologischer und wirtschaftlicher Aspekte bewertet. Hierbei ist auch eine Zusammenarbeit mit der Bayernwerk AG und der Energieagentur Regensburg geplant.

Eckdaten des Projektes:

  • Laufzeit: 01/2017 – 12/2019
  • Projektvolumen: ca. 1 Mio. Euro
  • Volumen OTH: 315 Tsd. Euro
  • Partner: UWB Pilsen, TH Deggendorf